Liebe Leserinnen und Leser! Heute möchte ich einen detaillierten Fotobericht über den kompletten Umbau einer Terrasse in Tallinn mit Ihnen teilen.
Man wendete sich mit der Frage an mich: Sie haben eine solche Terrasse und müssen sie erneuern. Zunächst dachten sie, es würde genügen, nur die Belagsfläche auszutauschen, ohne die Stützstrukturen anzutasten. Doch nach der Inspektion stellte sich heraus, dass der Hauptstützbalken – ein Doppelbalken – verfault war. Wir mussten ihn ersetzen. Versuchen Sie doch selbst zu erraten, warum er verfault ist. Schreiben Sie Ihre Vermutungen in die Kommentare, und ich werde später die richtige Antwort geben.

Ich begann mit dem Abbau des alten Belags.


Wir beginnen mit dem Einbau neuer Randhölzer.


In der Mitte der Terrasse über die gesamte Länge wurde ein Doppelstützbalken montiert.

Wir verlegen die Träger für die Terrasse, nachdem das gesamte Stützgerüst zusammengebaut wurde.
Dann stellte sich die Frage der Materialwahl für die neue Terrassendielen. Ich empfahl, Lärche statt behandelter Kiefer zu verwenden. Der Auftraggeber entschied sich für Lärche – gleich erkläre ich warum.
Lärche ist ein Nadelholz, das sich aber im Gegensatz zu Kiefer oder Fichte im Winter seiner Nadeln entledigt. Es wächst hauptsächlich in Sibirien und den nördlichen Regionen, wo das raue Klima das Holz besonders dicht und harzig macht. Genau in dieser Dichte liegt das Hauptgeheimnis: In der Widerstandsfähigkeit gegen Fäulnis und Feuchte kommt die Lärche der Eiche sehr nahe, und in manchen Parametern übertrifft sie diese sogar. Nicht umsonst halten die Pfähle von Venedig, die vor mehr als tausend Jahren ins Wasser gerammt wurden, immer noch die Stadt – sie sind genau aus Lärche gemacht.
Nun zur Frage, warum sie für eine Terrasse besser ist als behandelte Kiefer. Behandelte Kiefer ist im Grunde ein weiches Holz, das unter Druck mit Chemikalien getränkt wurde, um es vor Pilzen und Insekten zu schützen. Der Schutz funktioniert, aber es gibt Nuancen: Mit der Zeit wird die Behandlung ausgelaugt, die Dielen fangen an sich zu verwerfen, zu reißen und in der Sonne „zottig" zu werden, und barfuß über dem Boden kann man sich leicht einen Splitter einziehen. Außerdem gefällt mir persönlich die Tatsache nicht, dass man über Holz läuft, das mit Bioziden behandelt ist – besonders wenn es auf der Terrasse Kinder oder Tiere gibt.
Lärche schützt sich selbst. Ihr Holz hat einen hohen Gehalt an Harzen und natürlichen Balsamen, die wie ein eingebauter Antiseptika wirken – Pilze können ihr kaum etwas anhaben, Insekten meiden sie ebenfalls. Mit der Zeit bekommt sie unter Einwirkung von Ultraviolett einen edlen silbergrauen Farbton (falls man sie nicht mit Öl behandelt), wird nur noch dichter und härter. Die Lebensdauer von Terrassendielen aus sibirischer Lärche ohne ernsthaften Wartungsaufwand beträgt 25–30 Jahre, während behandelte Kiefer selten länger als 10–15 Jahre hält, danach muss sie ausgetauscht werden. Umgerechnet auf die Jahre der Nutzung ist Lärche sogar günstiger, ganz abgesehen davon, dass sie völlig anders aussieht – es ist vollwertiges Naturholz mit ausgeprägter Maserung und keine charakterlose Kiefer-Diele.


Jetzt zum eigentlichen Prozess der Verlegung des Terrassenbelags.
Besonderheit beim Befestigungsmaterial – hier sparte der Auftraggeber nicht. Er verwendete Schrauben der estnischen Firma Essve, Serie ESSDECK Max, in nichtrostendem Edelstahl A4 (säurebeständiger Stahl). Die Wahl war nicht zufällig, und hier ist der Grund.
Lärche ist ein säurehaltiges Holz. Genau jene natürlichen Harze und organischen Säuren, die es vor Fäulnis schützen, reagieren gleichzeitig aggressiv mit gewöhnlichem Stahl. Dreht man eine billige schwarze Schraube rein – nach ein paar Jahreszeiten entstehen schwarze Rostflecken um den Schraubenkopf, und die Schraube selbst kann durch jahreszeitliche Bewegungen mit der Zeit reißen. Daher empfehlen Befestigungshersteller, einschließlich Essve, für Lärche eindeutig Edelstahl der Klasse A4.
Klasse A4 wurde ursprünglich für die See- und chemisch aggressive Umgebung entwickelt, daher eignen sich solche Schrauben auch für Anlegestellen, Piers und Beläge rund um Schwimmbecken. Im Grunde deckt ein universeller Befestigungsstoff mehrere schwierige Szenarien ab – säurehaltiges Holz, Salzwasser, Chlor.
Warum genau ESSDECK Max und wozu versenkt? Dieser Schraube hat einen Kopf, der 25 % kleiner als Standard ist, und eine zylindrische Form mit schneidenden Kerben. Die Kerben schneiden die Fasern sauber ab und reißen sie nicht auf – auf so einer Terrasse läuft man gerne barfuß ohne Splitter um die Befestigung. Außerdem hat die Schraube eine sehr hohe Anzugskraft: Sie zieht buchstäblich eine krumme Diele zu den Trägern – das ist wichtig gerade für Lärche, die oft mit leichten Verwölbungen kommt. Der Kopf sitzt bündig mit der Oberfläche – weder eine Vertiefung, in der sich Wasser sammelt, noch hervorstehender Metall.
Ein Nachteil solcher Schrauben – sie sind sehr teuer.




Im Zuge der Arbeiten wurde auch das Geländer der Terrasse erneuert.







Schreiben Sie in die Kommentare, was Sie von der Terrassen-Erneuerung halten!
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